DEO  JUVANTE

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History

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Dieses Schiff, ein Mehrzweck Container/Stückgutfrachter mit Ladegeschirr wurde in Szczecin (Stettin), Polen in der Werft Stocznia Szczecinska im A. Warskiego gebaut. Wahrscheinlich wurde das Schiff von einer deutschen Reederei bestellt, jedoch während der Konstruktion an die bekannte englische Reederei Elder Dempster Ltd. in Liverpool verkauft, die den ältesten Liniendienst nach West Afrika, hauptsächlich nach Nigeria und Ghana betrieb. Der Kiel wurde im August 1978 gelegt und der Stapellauf erfolgte am 02.12.1978, als das Schiff von seiner Patin, Frau F. Roby auf "SEKONDI" getauft wurde. Das Schiff wurde dem Eigner am 17.07.1979 abgeliefert. Es wurde unter der Britischen Flagge in Liverpool registriert. Eigner: Midland Montagu Leasing (UK) Ltd., London, IMO / Lloyd's Register Nr. 7712145, Register Nr. 378095, Rufzeichen: GYAU. Das Management wurde von Ocean Fleets Ltd., Liverpool, (Blue Funnel) ausgeführt. Die Jungfernreise begann im August 1979 unter dem Kommando von Kapitän Robin McLeod Munro.

Das Schiff wurde „SEKONDI" getauft, nach der alten Hafenstadt Sekondi im westlichen Ghana, die neben der neueren Stadt Takoradi liegt. Ihre beiden Schwesterschiffe waren die „SAPELE" (nach einer Stadt im Nigerdelta) und die „SOKOTO" (nach einer Stadt im nördlichen Nigeria).

Das Schiff hatte 4 Laderäume mit Zwischendecks und Raum 2, 3 und 4 hatten "split hatches" das heisst eine Luke an Backbord und eine Luke an Steuerbord. Die sechs Ladebäume waren vom Typ MacGregor/Hallen und hatten eine Tragkraft von 36 Tonnen um Container zu laden und zu löschen. Die Bäume wurden mit speziellen "slewing winches" geschwungen. Die stählernen Zwischendeck und Wetterdeck Luken waren von MacGregor und wurden hydraulisch betrieben.

Der Maschinenraum war voll automatisiert und die Hauptmaschine war ein 6 Zylinder Dieselmotor von Cegielski-Sulzer, Typ: 6RND68, direkt gekuppelt an einen Verstellpropeller (CP-propeller). Drei Hilfsdiesel von Cegielski-Sulzer, Typ: 5A25 und ein Wellengenerator lieferten die Elektrizität. Mit dem elektrischen Bugstrahler konnten Anlegemanöver ohne Hilfe von Schleppern ausgeführt werden.

Am 15.07.1985 wurde das Schiff an die Nigerianische Firma Green Lines Ltd., Lagos verchartert und auf den Charternamen "BELLO FOLAWIYO" umbenannt. Im Dezember 1985 nach Beendigung des Charters wurde das Schiff wieder auf seinen ursprünglichen Namen rückbenannt.

Nach einer Zeit aufgelegt im River Blackwater und in Liverpool, überquerte sie bei schwerem Wetter den Nordatlantik im Februar 1986 zum St. Lawrence Gulf, anschliessend wurde sie von Hapag-Lloyd für eine Reise nach der West Küste von Zentral Amerika gechartert.

Im Oktober 1986 wurde das Schiff von Onega Shipping Ltd., die französischen Investoren gehörte, gekauft. Das technische Management wurde ABC Maritime AG übertragen und das Schiff wurde am 15.10.1986 in Dünkirchen, Frankreich übernommen. Der Name wurde auf "DEO JUVANTE" geändert und das Schiff unter der Flagge von Gibraltar registriert mit Heimathafen Gibraltar (Register Nr. n/a, Rufzeichen: 9HIU4, GRT: 5677 / 9240, NRT: 2747 / 5167). Dieses Schiff war das erste Schiff das von ABC Maritime A.G., Nyon betreut wurde.

Die Besatzung bestand aus 20 Mann, gemischter Nationalität. Der Kapitän war Brite und der Chief Engineer war Schweizer, die Offiziere und Ingenieure waren Briten, Polen und Filipinos, die Mannschaft war hauptsächlich von den Kapverdischen Inseln.

Auf der ersten Reise fuhr die "DEO JUVANTE" unter Zeitcharter für Hapag-Lloyd, Hamburg für eine Reise von Nordeuropa nach Zentralamerika (La Guaira, Maracaibo, Christobal, Caldera, Corinto und Acajutla). Nach dem Löschen der Ladung und der Beendigung der Hapag-Lloyd-Charter kehrte das Schiff durch den Panamakanal zurück und fuhr nach Houston, Texas, wo es am 24.12.1986 einlief und gleichentags mit AAEL, America Africa Europe Line, Hamburg in Zeitcharter ging.

Die Line von AAEL führte vom US-Golf der US-Ostküste längs nach New York, von hier über den Atlantik nach Dakar und die Westafrikanische Küste hinunter bis zur Kongomündung. Auf dem Rückweg die Afrikanische Küste hoch, dann nach Portugal und über den Atlantik nach New York und zurück zum US-Golf. Auf dem Rückweg nach dem US-Golf wurden gelegentlich auch Abstecher nach Venezuela und nach Mexiko gemacht. Ein beträchtlicher Teil der für Afrika bestimmten Ladung war Material für die Ölindustrie in Angola, die am Anker in Kabinda und Soyo in Supplyboote gelöscht wurde (Soyo, Ölindustriebase "Kwanda" in der Kongomündung gegenüber von Banana).

Das Schiff machte 3 Reisen für AAEL, als die Eigner den Verkauf des Schiffes an die griechische Firma Pegasus Shipping in Piraeus bekannt gaben. Nach Beendigung der dritten Reise wurde das Schiff am 13.11.1987 in New Orleans an die Käufer übergeben. Der Name des Schiffes wurde in "MERKUR AMERICA" geändert (Eigner: Lowden Navigation Inc., Nassau, Register Nr. 378095, Rufzeichen: C6DG7) und AAEL behielt das Schiff im selben Zeitcharter nach Westafrika.

Im Jahr 1990 auf "EAL OPAL" umbenannt.

Im Juli 1991 auf "BERLIOZ" umbenannt.

Im Oktober 1991 an Wing Son Navigation Co. S.A., Panama verkauft. Das Management wurde von Waibert Steamship Co. Ltd., Hong Kong ausgeführt. Umbenannt in "WING SON" BRT: 4937 / 8600. NRT: 3142 / 5599, Register Nr. 20156-92 A, Rufzeichen: 3EED9.

Auf einer Reise von Bremen nach Colombo, erlitt das Schiff am 19.11.1991 in schwerem Wetter einen Hauptmaschinenschaden vor La Coruña, Spanien. Das Schiff wurde nach Vigo geschleppt, wo es am 21.11.1991 zur Reparatur einlief. Am 24.12.1991 ausgelaufen nach Bombay.

Im Mai 1999 verkauft an Midland Shipping Lines Ltd., Chittagong und umbenannt in "JAAMI". Register Nr. 187. Rufzeichen: S2UW.

Am 26.12.2004 auf den Wellenbrecher in der Colombo Outer Anchorage getrieben, durch eine grosse Tsunami Flutwelle, die durch ein Seebeben vor der indonesischen Provinz Aceh, ausgelöst wurde. Dabei entstanden mehrere Leck's und setzte alle Räume vom Schiff, ganz oder teilweise unter Wasser.
Am 10.01.2005 durch Berger frei geschleppt und mit Schlagseite auf die Reede von Colombo bugsiert und vor Anker gelegt. Die Besatzung überlebte das Unglück unverletzt. Nach dem löschen der Ladung im Hafen von Colombo aufgelegt.

Das Schiff wurde danach als Totalverlust deklariert und ist nach Indien zum verschrotten verkauft worden, zum Schrottpreis von 275.- $ per Leergewichts Tonne. Beginn der Abbrucharbeiten am 12.04.2006.