ST - CERGUE

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History

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Im Februar 1937 wurde der Frachtdampfer «FELLDENE» in der britischen Werft William Gray & Co. Ltd. in Hartlepool für die Reederei Dene Shipping Management Co., London, welche später das Management übernahm, vom Stapel gelassen und bereits im März 1937 an die Eignergesellschaft Felldene Shipping Co. Ltd., London, abgeliefert (Baunummer 1074). Das 7'600 DWT-Schiff wurde von einer Dreifach-Expansionsmaschine (1700 Ps) angetrieben und erreichte eine Reisegeschwindigkeit von 9 Knoten. Es verfügte über ein Ladegeschirr von 12 Ladebäumen mit je 4 Tonnen Tragkraft. Rufzeichen: ????.

Am 28. Februar 1939 kauften die Schweizer Eric Demaurex und Georges Pasche in Buenos Aires diesen General Cargo-Frachter für ihre panamesische Gesellschaft Demaurex & Pasche SA, Panama, und nannten ihn «ST-CERGUE». Das Management übernahm die Getreidehandelsfirma André & Cie., Lausanne. Mit dem Wechsel zur Flagge Panamas erhielt das Schiff das Rufzeichen HPKH. Der Kapitän und einige Besatzungsmitglieder stammten aus Jugoslawien und der Rest der Crew aus Italien. Anfangs 1940 übernahm Fritz Gerber, direkt aus dem Aktivdienst kommend, das Kommando.

Am 3. Mai 1940, kurz vor dem Überfall Deutschlands auf die Benelux-Staaten und Frankreich lief der Dampfer mit einer Ladung Getreide für die Eidgenossenschaft, via Antwerpen in Rotterdam ein. Am 15. Mai 1940 verhängten die deutschen Besatzer über alle sich in holländischen Gewässer befindlichen Schiffe ein Auslaufverbot. Das Schiff sollte danach an die deutsche Reederei Hendrik Fisser & van Doornum in Emden verkauft werden. Der Kauf scheiterte jedoch am hohen Preis und an den knappen Devisen Deutschlands. Der grösste Teil der aus Jugoslawen und Italiener bestehenden Crewmitglieder musterten ab. Funker an Bord war der in Antwerpen angemusterte Schweizer Adolf Tschui. An Bord verblieben nur noch ca. 8 Seeleute.

Am 28. Januar 1941 wurde das Schiff mit Genehmigung der deutschen Behörden an die Suisse-Atlantique, Société de Navigation Maritime S.A., Lausanne, verkauft. Es blieb unter panamesischer Flagge registriert. Kapitän Gerber musterte eine zusammengewürfelte Crew von der "Beach" in Rotterdam an. Danach durfte es im Frühjahr 1941 via den Kaiser Wilhelm Kanal nach New York auslaufen. An Bord befanden sich mehrere blinde Passagiere, darunter auch der «Soldaat van Oranje», Erik Haslehoff Roelfsema. Bei den Färöerinseln stoppte ein englischer Kreuzer das Schiff und eskortiert es nach Thørshavn, da man in ihm einen deutschen Frachter vermutete. Die blinden Passagiere wurden an Land gebracht. Bei dieser Gelegenheit desertierte etwa die Hälfte der Besatzung. Das Schiff konnte aber später die Reise fortsetzen.

Am 10. Juli 1941 wurde dieses damals noch moderne Schiff als Nummer 5 im Register der schweizerischen Seeschiffe eingetragen. Dabei erhielt es das Rufzeichen HBDH. Am 1. August 1941, dem schweizerischen Nationalfeiertag, wurde in New York erstmals die Schweizer Flagge gehisst. Das Kommando hatte der berühmte Schweizer Kapitän Fritz Gerber aus Langnau i/E. Es wurde zunächst zwischen den USA und Genua eingesetzt. Aus Amerika brachte es Getreide für die Schweiz und in die Vereinigten Staaten Maschinen und andere schweizerische Qualitätsprodukte.

Die s/s «ST-CERGUE» war das, was die Seeleute ein Lucky Ship nennen. Anlässlich einer Überfahrt nach New York rettete es am 15. April 1942 zehn Überlebende des norwegischen Tankers m/t «KOLL» (10044/30), welcher am 6. April 1942 von einem deutschen U-Boot (U571) torpediert worden war. Die Überlebenden wurden am 17. April 1942 in New York ins Spital gebracht.

Am 27. Juni 1942 rettete die s/s «ST-CERGUE» 209 Schiffbrüchige des holländischen Fracht- und Passagierschiffs m/s «JAGERSFONTEIN» (10'083/34), das von einem deutschen U-Boot wegen der Anwesenheit von 100 US-Offizieren versenkt worden war. Die US-Soldaten wurden später von einem US-Kriegsschiff auf See übernommen, während die restlichen Schiffbrüchigen, darunter auch Frauen und Kinder, welche mit der «JAGERSFONTEIN» vor den Japanern aus Indonesien geflüchtet waren, am 9. Juli 1942 in Gibraltar an Land gesetzt wurden.

Am 25. März 1943 nimmt die s/s «ST-CERGUE» auf einer Reise von Buenos Aires nach Genua vor der brasilianischen Küste 22 schiffbrüchige Beatzungsmitglieder des schwedischen Frachters s/s «INDUSTRIA» (1688/40) auf und setzt sie nach einem Zwischenhalt in Bahia ab.

Am 30. September 1943 übernimmt die s/s «ST-CERGUE» nördlich der Kap Verden die Überlebenden des wegen eines Brandes in Seenot geratenen portugiesischen Dampfers «MELLO» (4020/15). Dieser hatte in Chile 5000 Tonnen Chilisalpeter geladen, das er um das Kap Hoorn nach Portugal transportierte. Der Brand konnte gelöscht werden und die «ST-CERGUE» schleppte das beschädigte Schiff nach Recife, wo der Reederei, dem Kapitän und seiner Bergungsmannschaft Schiff und Ladung als Lohn winkten. Die s/s «MELLO» wurde wieder instandgestellt und blieb noch bis in die sechziger Jahre in Dienst.

Die s/s «ST-CERGUE» schleppte später auch noch den für die Schweiz fahrenden griechischen Dampfer «NEREUS» (5205/37) nach Las Palmas, nachdem dieser im Atlantik seine Schraube verloren hatte.

Im Dezember 1951 wurde die s/s «ST-CERGUE» an Robert Bornhofen & Heinrich Bischoff, Hamburg, verkauft und am 15. Februar 1952 den neuen Eignern übergeben, welche ihm den Namen «CLAUS BISCHOFF» gaben. Dabei erhielt es das Rufzeichen DHRO (neue Vermessung: BRT: 4332, NRT: 2638, DWT: 7600). Das Management übernimmt die Robert Bornhofen Schiffahrts- und Hafenbetriebs GmbH. Am 17. März 1952 wird Robert Bornhofen alleiniger Eigentümer. Im Februar 1956 wird die Eignergesellschaft in Partenreederei «Claus Bischoff», Hamburg, umbenannt und im Dezember 1957 wird der Dampfer an die Heinrich Bischoff Reederei, Hamburg, übertragen. Schliesslich wird er am 13. März 1962 zum Abbruch nach Italien verkauft. Am 18. Juni 1962 lief das Schiff in Monfalcone ein, wo es verschrottet wurde.