| Die Flaschenpost
(Kleine History der FP, zweiter Teil)
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| Allgemeines: Nachdem ich
im ersten Teil auf die Anfänge des Clubheftes und auf die Redaktion eingegangen bin sei
hier zur Einführung des zweiten Teils kurz erwähnt was ein Redaktor zu erdulden hat. |
Redaktor sein ist ganz leicht!
- Man muss sich nur ein bisschen bei den Lesern umhören.
- Bringt man Witze,heisst es man sei albern. Bringt man keine
sagen die Leser man sei zu trocken und hätte keinen Humor.
- Sitzt man im Büro und wartet auf Nachrichten ,heisst es man
müsste die Nachrichten eben aufstöbern. Ist man unterwegs so fragt man, wo sich der
Redaktor rumtreibt statt im Büro auf Anrufe und Besucher zu warten.
- Werden eingesandte Beiträge nicht abgedruckt weiss man
Talente nicht zu schätzen. Druckt man das, heisst es man bringt lauter Käse.
- Überarbeitet man ein Manuskript ist man ein Pendant. Tut
man es nicht ,ist man ein Faulenzer.
- Übernimmt man etwas aus einer anderen Zeitung ist man zu
bequem selber etwas zu schreiben. Tut man es nicht lässt man nur eigenes Zeugs gelten.
Nun sagt ihr ich hätte das sowieso nur abgeschrieben. Stimmt
genau! Aber die haben es auch irgendwo ......Also eine Zeitung machen ist doch
wirklich einfach. |
Flaschenpost 20-30In den Jahren 1967/68 wurden
viele Schweizer Schiffe der kleinen Garde von Keller Shipping vorgestellt. Auch die
Surveillance S.A. Genf hatte noch ein Schiff mit Baujahr vorzustellen welches unter
Panamaflagge fuhr m/s "Julia"
- Die achtseitige Flaschenpost berichtete über die Abwrackung
des US atombetriebenen Frachters "Savannha" ,aber die Italiener haben gerade ein
neues in Auftrag gegeben. In Japan wurde unterdessen der grösste Supertanker der Welt vom
Stapel gelassen mit 209300 tons weitgehend schon automatisiert und einer kleinen Crew von
22 Seeleuten.
- Auch die "Torrey Canyon" war ein Thema als der
Tanker im Süden von England auflief und auf Anhieb 20 000 tons Schweröl ausliefen. Die
Engländer steckten dann mit Brandbomben das Öl des 118 285 Tonnen-Tankers in Brand.
Oelvermutzung riesig.
- Die beiden Schiffe Rhin und Rhone Baujahr 1961 wurden 1967
schon zum zweiten Mal von einer französischen Reederei gekauft und im Südamerikaverkehr
eingesetzt.
- Die FP gab eine Geschichte preis von einem Schweizer
Leichtmatrosen. Während eines normalen Arbeitstages auf See goss er schon am Morgen
Alkoholika in sich hinein bis sich fast kein Blut mehr im Alkohol befand. Der Torkelnde
wurde ins Bett beordert aber er fand auf der Gangway aussenbords wäre es schöner. Der
Kapitän liess Ihn in Eisen legen. Das gerichtliche Nachspiel stellte fest, es war
"Störung der Ordnung des Betriebes eines Schiffes". Ende des
Arbeitsverhältnisses.
- Der Erfinder der vorfabrizierten Libertyschiffe im zweiten
Weltkrieg, der 85 jährige Henry J. Kaiser ist verstorben. Er war der viertgrösste
Autobauer zu jener Zeit "Willys Overland Co."
- Der Club fasst ins Auge in Zürich, Bern und Innerschweiz
eine Art Untersektion ins Leben zu rufen, da nicht alle gewillt sind immer nach Basel zu
kommen.
- Der schweizerische Kurzwellendienst strahlt seine 100ste Seemannspostsendung
aus, welche Grüsse an die fahrenden Seeleute in aller Welt ausstrahlt. Grüsse von zu
Hause haben meistens den Standartschluss "Schriibsch denn wider emol". Der
Iniziant dieser Sendung war der heute verstorbene Funkoffizier Peter Haldemann. Dieses
Ding wurde erfolgreich gestartet im Jahre 1959.
- In der FP wurde eine Zolliste publiziert um die Souvenir
beladenen Seeleute zu "warnen" zum
Beispiel
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Elfenbein pro kg |
Fr. 6.- |
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Zigarren /kg |
Fr. 20.- |
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Seide / kg |
Fr. 8.- |
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Ein Radio / kg |
Fr. 2.- |
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Spirituosen / kg |
Fr. 16.- (Whisky ) |
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An der GV 1967 wurde ein neuer Präsident gewählt.
Anstelle H. Bürgin kam R. Häusler und das Oebeli anderntags war ein Hit.
- In Zürich Bern und Innerschweiz wurden Treffen für
Seefahrer organisiert.
- Es war noch zu lesen dass die Weltflotte 1968 118.1.mio tons
brutto erreicht hat. Und die Engländer haben Devisen-Einnahmen von exportiertem Whisky
nach USA von 64 mio. Pfund eingenommen.(14.5%)
- In Nr 27 konnten die Inserenten profitieren. Es wurde eine
ganze Seite Inserate gleich 2x abgedruckt. Vielleicht als Werbung, da die Preise neu
festgelegt wurden.
- USA bringen neue Rettungskapsel für Schiffe auf den Markt.
Die "Queen Elisabeth ll" wurde vom Stapel gelassen und die "United States
Line" haben Hamburg zum Containerhafen auserkoren.
- Der erste Witz
in der FP existiert heute noch, nämlich
vom Huhn das überfahren wurde und die Bäuerin sagte, dass sie keine so flache Hühner
hätten.
- In der Nr.30 war zu lesen, dass die Norweger erste weibliche
Matrosen ausbildeten. Bis anhin waren Frauen nur für spezialisierte Arbeiten auf Schiffen
eingesetzt worden.
- Die Redaktion hat sich mit 8 Seiten und dem Team von 3 Mann
bis zu diesem Zeitpunkt nicht verändert.
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| Zu guter letzt noch eine heisse
Geschichte eines Bremer Matrosen der 1940 in Heimaturlaub kam. In der Arbeit war er Klasse
aber sonst vielfach wütend und grollte immer gegen jemandem. Er war Priemschicker oder
Tabakkauer und konnte sein Gekautes am Ende mit grosser Präzision auf ein relativ kleines
Ziel in ziemlicher Weite spucken. Als er in seinem
Heimatstädtchen von See eintraf stand alles Spalier und es wimmelte von Hakenkreuzen. Er
drängte sich in vorderste Position. Als seine Umgebung in Ekstase geriet und anfingen
Füüührer, Führer zu schreien und teilweise umkippten blieb er ruhig und schaute sich
das Gesicht genau an. Im Trubel ist niemandem aufgefallen als sich der Führer das rechte
Auge und den Schnauz wischte. Es war ein Volltreffer mit dem Tabakmümpfel des Matrosen
Bassermann. |
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