
Das Design der OYA (Baunummer 057) wurde vom gleichen Schiffsarchitekturbüro in Madrid entwickelt, wie bei den vorgängigen Schiffen SARDIS und SMYRNA. Diese beiden Schiffe haben bei der Planung der OYA Pate gestanden, jedoch sind grundlegende Änderungen und Verbesserungen vorgenommen worden. Der Brennstart in der Gelibolu Shipyard, Gelibolu (Gallipoli), Türkei erfolgte am 24.08.2013, am 11.10.2014 lief das Schiff von Stapel und am 28.04.2015 übergab die Werft die OYA der Reederei ABCmaritime, Nyon. Die OYA fährt unter der Flagge von St. Vincent & The Grenadines mit Heimathafen Kingstown (Registrierter Eigner: Oya Shipping Ltd. Kingstown, Rufzeichen: J8B5225).
Die wichtigsten Neuerungen sind der diesel-elektrische Antrieb, kombiniert mit einem Dynamic Positioning System (DP-2). Dank der Elektronik ist es heute möglich, das Schiff Zentimeter genau auf Position zu halten, dazu werden die zwei Azimut Thrusters*) am Heck und die zwei Bugstrahler zentral von einem Computer gesteuert. Diesel-elektrischer Antrieb heisst, keine eigentlichen Hauptmaschinen sind installiert, sondern ein Kraftwerk mit 4 starken Dieselgeneratoren. Sie liefern die Elektrizität für die beiden Azimut-Elektromotoren, die Bugstrahler und den restlichen Bordbetrieb. Ein Wulstbug (soft nose) ersetzt den konventionellen Vorsteven und das 4-Point Mooring wurde gestrichen. Eine Schleppwinde von 40 Tonnen Zugkraft und ein Deck-Kran von Palfinger sind installiert.
Das Schiff bietet Unterkünfte für total 35 Personen, die Besatzung besteht normalerweise aus 12 Mann, aber je nach Einsatz können auch bis zu 15 Besatzungsmitglieder an Bord sein. Die übrigen Plätze sind für die Ölarbeiter vorgesehen.
Mit den gefallenen Rohölpreisen hat sich leider die Beschäftigungslage in der Ölindustrie im letzten Jahr stark verschlechtert und die OYA lag beschäftigungslos in der Bauwerft bis zum Januar 2016. Nachdem endlich ein Charter gefunden wurde, verlies die OYA am 16.01.2016 Gelibolu mit Kurs nach Port Gentil, Gabun mit einem Zwischenhalt in Gibraltar.
*) Anstelle von den üblichen Propellern, drehen sich die Azimut Thrusters um 360°, zudem hat das installierte Modell einen Verstellpropeller, also um schnell mal rückwärts zu geben, muss er sich nicht um 180° drehen. Dieses System braucht auch keine Ruderanlage)
SwissShips, HPS, Januar 2016
Am 19.08.2020 verkauft an Oya Maritime Ltd., Majuro und unter der Flagge der Marshall Inseln registriert. Das Management bleibt unverändert. Offizielle Nr.: 9069, neues Rufzeichen V7A4270.
Am 30.01.2021 in Cork übergeben an Mainport Seismic Support Ltd (Management: Mainport International Corp, Cork, Irland) und umbenannt in MAINPORT GEO. Die Flagge bleibt unverändert.
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Zusätzliche Informationen und Geschichten
Ölstadt Port Gentil
Die kleine Stadt Port Gentil in Gabun wurde auch von den Schiffen der Nautilus-Line und der Schweizerischen Reederei angelaufen. Allerdings wurde damals auf Reede gelöscht und geladen, der heutige Tiefwasserhafen entstand erst in den siebziger Jahren.
Dieses Städtchen mit ungefähr 120'000 Einwohnern lebt vom Erdöl und vom Holzschlag. Wenn wir uns über niedrige Benzinpreise freuen, herrscht in Port Gentil grosse Katerstimmung, sobald der Rohölpreis zusammenbricht. Total und andere Ölfirmen reduzieren ihre Ausgaben für Unterhalt und neue Projekte auf das Minimum, Zulieferfirmen machen dicht, aber auch andere Unternehmungen wie kleine Gewerbebetriebe und Restaurants darben und viele Leute, Expats wie Einheimische werden arbeitslos.

Der Hafen von Port Gentil vor der Fertigstellung in den siebziger Jahren. Er liegt ausserhalb der Stadt, gegen Cap Lopez hin. Das gerodete Areal im Hintergrund ist heute gänzlich mit Industrie-, Büro- und Gewerbebauten überbaut. Ganz hinten der ungeschützte, gegen Süden gerichtete Strand, die "Côte Sauvage".
SwissShips, HPS, Januar 2016